Der Schock beim Aufwärmen
Es war eine dieser Nachrichten, die man kurz zweimal lesen muss, weil man hofft, sich verlesen zu haben. Christoph Baumgartner verletzt sich beim Aufwärmen – nicht im Spiel, nicht bei einem unglücklichen Zweikampf, sondern in den fünfzehn Minuten vor dem Anpfiff. Oberschenkelmuskel rechts. MRT am nächsten Morgen. WM-Aus bestätigt.
Für das ÖFB-Team ist es nicht nur der Verlust eines wichtigen Spielers. Es ist ein Stich ins Herz des Systems.
Was Baumgartner für Rangnick bedeutet
Wer Baumgartner auf Zahlen reduziert, versteht nicht, warum sein Ausfall so wehtut. Als RB-Leipzig-Profi bringt er in der Bundesliga zuverlässig zweistellige Torbeteiligungen – aber das ist nicht der Punkt.
Baumgartner ist der Spieler, den Ralf Rangnick konzipiert hat, als er sein Pressing-System für Österreich entwickelte. Er verbindet Mittelfeld und Angriff. Er erkennt Räume, bevor andere sie sehen. Er gibt das Tempo vor – wann gepresst wird und wann nicht. In Rangnicks Terminologie: der klassische "Achter-Zehn". Ein Profil, das im österreichischen Kader in dieser Reinform kein zweiter Spieler abbildet.
Die Ausgangslage im Kader
Marcel Sabitzer war der konstanteste ÖFB-Spieler der WM-Vorbereitung – traf in allen drei Testspielen 2026. Spielt auf links, nicht auf Baumgartners Position, bringt aber die Kreativität mit.
Paul Wanner (20, PSV Eindhoven) ist der Jüngste im Kader. Wechselte im März vom deutschen auf den österreichischen Verband. Technisch stark, braucht aber noch Entwicklungszeit.
Carney Chukwuemeka – Verbandsumstieg aus England, offensiver Mittelfeldspieler, gegen Tunesien eingewechselt. Das Potenzial ist real.
Die Nachnominierungskandidaten
Rangnick hat bis 24 Stunden vor Österreichs erstem WM-Spiel Zeit – also bis 17. Juni, 06:00 Uhr MESZ gegen Jordanien.
Sascha Horvath (LASK) ist der meistgenannte Kandidat. Kapitän, 29, noch nie in einem A-Länderspiel. Eine Nachnominierung wäre Geschichte: erste Einberufung direkt zur Weltmeisterschaft.
Nikolaus Wurmbrand (Rapid) hatte eine starke Bundesligasaison. Eher Backup-Option hinter Horvath. Weitere Namen: Kevin Stöger, Marco Grüll, Matthias Seidl.
Kann man Baumgartner ersetzen?
Ehrliche Antwort: Nein. Nicht eins zu eins. Was Rangnick jetzt entscheiden muss, ist nicht "Wer ist der neue Baumgartner?", sondern "Wie passen wir das System an, damit wir trotzdem in der Lage sind, Argentinien zu ärgern?"
Das Argentinien-Spiel am 22. Juni um 19:00 Uhr MESZ ist der Prüfstein. Sabitzer rückt vermutlich ins Zentrum. Wanner oder Chukwuemeka bekommen auf dem Flügel mehr Verantwortung.
Österreichs Gruppenspiele in österreichischer Zeit
- 17. Juni, 06:00 Uhr ⏰ — Österreich vs. Jordanien (San Francisco)
- 22. Juni, 19:00 Uhr 🇦🇹 — Österreich vs. Argentinien (Dallas) — der Schlüsselmatch
- 27. Juni, 04:00 Uhr ⏰ — Österreich vs. Algerien (Kansas City)
Achtelfinaleinzug ist realistisch, wenn die Pflichtspiele gelöst werden. Die große Frage bleibt, was ohne Baumgartner gegen Argentinien möglich ist.
Warum fällt Baumgartner für die WM 2026 aus?
Muskelverletzung im rechten Oberschenkel beim Aufwärmen vor dem Freundschaftsspiel gegen Tunesien (1:0). MRT bestätigte das WM-Aus.
Wer ersetzt Baumgartner im ÖFB-Kader?
Noch nicht entschieden. Top-Kandidaten: Sascha Horvath (LASK) und Nikolaus Wurmbrand (Rapid Wien). Rangnick hat bis 24h vor dem ersten Spiel (17. Juni) Zeit.
Wie wichtig war Baumgartner für Österreich?
Er war der zentrale Achter-Zehn in Rangnicks 4-2-3-1 – der Spieler, der Mittelfeld und Angriff verbindet und das Pressing-Tempo vorgibt. Sein Profil gibt es im aktuellen Kader kein zweites Mal.
Wann spielt Österreich bei der WM 2026?
Gruppe J: 17. Juni vs. Jordanien (06:00 MESZ), 22. Juni vs. Argentinien (19:00 MESZ), 27. Juni vs. Algerien (04:00 MESZ).
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